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Die Pechsalbe – das Gold des Waldes

by karinareichl
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Pechsalbe_2016_Titel
Die Pechsalbe ist die Wunderwaffe der Natur und kann bei großen und kleinen Wunden eingesetzt werden. Ihr wollt eine Pechsalbe selber machen? Aber wie kommt man an das Harz, das so viele heilende Wirkstoffe in sich trägt?

Skeptisch, nein fast schon verzweifelt irren vor wenigen Wochen ein paar TEH-Anwärterinnen durch ein Waldstück in Unken. Die Hände an jedem Nadelbaum, tastend, suchend …
Auf unserem Lehrplan stand die Produktion einer Pechsalbe. Bevor die aber zusammengemischt werden kann, muss das Harz oder Pech, wie es auch genannt wird, erst einmal im Wald gefunden werden. Karin Buchart, eine unserer Ausbilderinnen und vielen vielleicht aus dem Servus Magazin bekannt, hat uns gezeigt, wie das Harz auf Bäumen aussehen kann. Danach ging es los. Mit Messer und Behältnis bewaffnet, hielten wir Ausschau nach Knubbeln, Erhebungen und Wülsten auf Baumrinden. Dann der erste Erfolg. Ich will noch mehr davon finden. Fast fühlt man sich, als sei man auf der Suche nach einem Schatz, nach dem Gold des Waldes.

Harz – Wertvolles Heilmittel aus der Natur

In früheren Zeiten, galt das Harz der Nadelbäume durch seine antiseptische und entzündungshemmende Wirkung als eines der begehrtesten Heilmittel aus der Natur. Eingesetzt wurde es neben der Wundheilung auch als Mittel gegen Gicht, Rheuma oder bei Brustleiden. Die zähe, klebrige Flüssigkeit tritt bei einer Verletzung des Baumes aus der Rinde aus. Damit schützt sich der Baum vor dem Eindringen von Schädlingen, Pilzen und natürlich auch Wasser. Das Harz verfestigt sich mit der Zeit am Baum und bildet einen Wulst. Diesen kann man abschneiden, oder das frische, flüssige Harz auffangen. (Um den Baum weiter zu schützen, bitte nicht nur an einem sammeln)

Frisches Harz

Frisches Harz

Die Bauern im Pinzgau sagen, dass man für eine wirkungsvolle Pechsalbe einen Teil frisches und einen Teil altes Pech braucht.

Herstellung Bio Pechsalbe

Für die Produktion einer Pechsalbe benötigt man erst mal Pech von Bäumen. Dafür eignen sich Kiefern, Fichten, Tannen und auch Lärchen. Früher wurde der Salbe tierisches Fett für die Konsistenz hinzugefügt. Heute verwendet man rückstandsfreies Bio-Bienenwachs. (Meines habe ich aus der Imkerei Bründl in Leogang).
In die fertige Pechsalbe könnt ihr zusätzlich noch heilende Kräuter wie Ringelblume, Schafgarbe, Kamille oder auch ätherische Öle mischen.

 

Pechsalbe selbst gemacht – Zutaten für rund sechs kleine Glasdöschen:

 

Pechsalbe_Zutaten_Name

100 ml hochwertiges Olivenöl
ca. 40 g Baumharz
20 g Bienenwachs
ca. 5-6 getrocknete Ringelblumenblüten
ca. 15 getrocknete Kamillenblüten

Zunächst erwärme ich das Olivenöl langsam in einem alten Topf oder einem alten Sieb (Die Rückstände des Harzes bekommt ihr nicht mehr raus) Dann gebe ich die getrockneten Ringelblumen und Kamillenblüten dazu. Das Öl nicht zu heiß werden lassen sonst gibt´s frittierte Blüten 🙂 Danach kommt das Harz hinzu. Hier löst sich der Wirkstoff aus den gesammelten Harzteilen und zurück bleiben ein paar Brocken Rinde und andere Rückstände. Das Ganze mindestens eine Stunde bei niedriger Hitze ausziehen lassen. Anschließend alles durch ein Sieb abseihen. Zur warmen Flüssigkeit gibt man nun das Bienenwachs hinzu. Alles langsam bei kleiner Hitze umrühren, bis sich das Wachs vollends aufgelöst hat. Dann in kleine vorbereitete Gefäße füllen und bereits nach wenigen Minuten seht ihr, wie sich durch die Festigkeit der Masse die Farbe in ein schönes Bienengelb verändert.

Pechsalbe_2016
Pech_nah

Mein tägliches Naturheilmittel

Ich setze die Pechsalbe bereits fast täglich bei kleinen Wunden ein. Auch nach der Operation meines Hundes, habe ich ihr die Narbe damit eingecremt. Die Rötungen waren im Nu verschwunden. Meine Oma hat mir erzählt, dass ihre Mutter offene Knieverletzung nur mit Pechsalbe und Sonne behandelt hat. Heute schmiert sie sich täglich ihre Hände mit meiner Pechsalbe ein, weil sie sagt, die Knochen werden damit geschmeidiger und der Duft der Salbe erinnert sie an ihre Kindheit 🙂

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15 comments

Barbara 8. Juli 2016 - 7:47

Toller Artikel! Bisher habe ich Harz immer nur zum Räuchern gesammelt.
Ganz herzlichen Dank!

karinareichl 8. Juli 2016 - 7:55

Hallo Barbara! Das freut mich, wenn dir der Artikel gefällt. Gutes gelingen bei deiner ersten Pechsalbe 🙂

Chris 9. Juli 2016 - 10:53

Toller Artikel. Das Harz kann man auch in Alkohol auflösen und dann glasklar filtern 😉

karinareichl 9. Juli 2016 - 11:55

Hallo Chris! Ja mit dem Harz kann man auf viele Arten arbeiten. Danke für deine Anregung.

LG

Edgar 4. August 2016 - 21:58

Habe es gestern Abend ausprobiert, nachdem ich mit Messer und Tüte bewaffnet wunderschönes Kiefernharz geerntet hatte. Allerdings habe ich noch 3 EL. Propolis Tinktur dazugegeben. Wir, meine Freundin und ich besitzen ein paar Bienenvölker, da ist an Wachs und Propolis kein Mangel. Die Salbe fühlt sich wunderbar auf der Haut an.

karinareichl 4. August 2016 - 22:04

Lieber Edgar, das klingt ja wunderbar und mit Propolis hast du dem Ganzen noch ein i-Tüpfelchen gegeben. Da beneide ich dich um deine eigenen Bienenvölker 🙂 Schön, dass du die Pechsalbe selbst versucht hast. Die wird dir sicherlich noch oft heilend helfen.

Lg

Die Ringelblume - Der Star der Naturheilkunde - 11. August 2016 - 14:04

[…] Die Pechsalbe – das Gold des Waldes […]

Die Rauhnächte im Winter oder Räuchern mit Harzen und Kräutern - 25. Dezember 2016 - 11:03

[…] dem Harz der Bäume eine tolle Wundheilsalbe gekocht werden kann, habe ich euch schon mit meiner Pechsalbe bewiesen. Mit der Heil-Flüssigkeit der Bäume wird aber auch häufig geräuchert. Das bekannte […]

Astrid Kornas 2. Juni 2017 - 21:42

Hallo,

meine Hündin hat sich eine offene Stelle geleckt……nach Fingernagelgröße hat die Wunde jetzt Handflächengröße. Pechsalbe stelle ich jetzt nach diesem Artikel sehr bald her. Bisher habe ich aus Kräutern, Diestelöl und Bienenwachs meine Creme hergestellt. Auch Propolis kommt zur Anwendung, vorausgesetzt mein Imker hat welchen.
Frage: kann ich mit der Ringelblumensalbe die Wunde von meiner Hündin versorgen?
Ich wünsche frohe und sonnige Pfingsttage
Herzlich Frau Kornas

karinareichl 3. Juni 2017 - 12:43

Die Ringelblume ist wunderbar entzündungshemmend und auch bei Tieren toll zum verwenden. Ich würde es auf alle Fälle versuchen, da auch ich meine Hündin bei kleinen Wunden mit der Ringelblumensalbe versorge. Man sollte halt darauf achten, dass sie es sich nicht gleich runterleckt – obwohl es auch von innen wirken könnte 😉 Viel Glück auch bei der Herstellung der Pechsalbe.

lg,

Karina

Hauptstadtgarten 6. Oktober 2017 - 23:05

Liebe Karina,
was für eine tolle Creme! Wenn ich das nächste Mal zum Pilze sammeln im Wald bin, halte ich auch mal nach Harz Ausschau!
Liebe Grüße, Caro

Natur „schmerzhaft“ erleben – oder warum ich immer eine Pechsalbe bei mir habe - 2. Juli 2018 - 17:03

[…] die aber alle einen Sinn haben. Wunden zu heilen. Das Rezept dazu habe ich euch schon in einem Artikel zur Pechsalbe […]

Propolissalbe – Hausmittel aus dem Bienenstock - 4. Juli 2019 - 17:51

[…] genannt wird und es ähnlich wie bei den Bäumen schafft (nachzulesen in meinem Beitrag über die Pechsalbe), dass Viren, Pilze und Bakterien nicht eindringen und sich ausbreiten können. Im Grunde ist durch […]

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[…] Vor allem Natron kommt bei mir zum Einsatz, wenn ich meine Töpfe nach der Herstellung meiner Pechsalbe vom Harz wieder sauber bekommen muss. Aber das ist auch schon alles, was ich hier verwende. Auch […]

Das Fräulein Grün Bienenwachstuch mit dem kleinen Extra - 5. Januar 2020 - 12:19

[…] man denn Harz herbekommt. Da müsst ihr entweder selber im Wald sammeln gehen (lest mal bei meiner Pechsalbe nach) oder ihr fragt in eurer Umgebung in Apotheken etc. herum oder schaut online. Wichtig ist, […]

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