Home Allgemein Fräulein Grün fragt … Gabriela Nedoma – Buchautorin von „Vergessene Heiltinkturen“

Fräulein Grün fragt … Gabriela Nedoma – Buchautorin von „Vergessene Heiltinkturen“

by karinareichl
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Das Innerste der Heilpflanze nutzen, die Heilwirkungen rauskitzeln, an den Inhaltsstoff kommen. Seit jeher machen sich Menschen unsere Natur zu Nutze und verwenden frische Kräuter, Beeren, Blätter frisch um kleine und große Leiden zu heilen. Aber natürlich spielt die Konservierung der Inhaltsstoffe eine große Rolle. Alkohol ist eine gern gewählte Möglichkeit um Tinkturen herzustellen. Dabei ist diese Art der Konservierung eine recht junge. Asche, Honig, Essig oder Solen sind beinahe vergessene Möglichkeiten, eine Heiltinktur herzustellen. Maria Nedoma stellt in ihrem neuen Buch „Vergessene Heiltinkturen“  alkoholfreie Pflanzenextrakte vor. Dazu wollte ich mehr wissen …

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Sie widmen ihr neues Buch ganz dem Thema vergessene Heiltinkturen ohne Alkohol. Warum sollten meine Leser mehr auf alkoholfreie Tinkturen setzen, welche Vorteile bieten diese.

In den letzten Jahren erkundigen sich immer mehr Menschen über Alternativen für alkoholische Tinkturen. Zahlreiche Menschen können oder sollen keinen Alkohol zu sich nehmen. Dazu gehören Kinder, Schwangere, Personen mit der Alkoholkrankheit, sportiv aktive Menschen, Angehörige des Islams oder Buddhismus. Aus diesem Grund stellt das Buch 11 alkoholfreie Extraktionsmittel vor, die von Jung und Alt gleichermaßen angewendet werden können. Dazu gehören Oxymel, Asche, Milch, Defrutum oder Solen, Extraktionsmittel die seit Tausenden von Jahren in der Weltmedizin als Arzneien angewendet werden. Diese „Ur-Tinkturen“ sind einfach zuzubereiten, gesund und einfach anzuwenden.

Warum fasziniert Sie die Welt der Heilpflanzen.

Heilpflanzen sind die erste Apotheke der Menschen. In der ganzen Natur sprießen heilsame Kräuter und Bäume die als Basis für grüne Antibiotika, Antidepressiva oder Immunstärkungsmittel verwendet werden. Zudem sind Pflanzen ausgesprochen vielseitig, wie die alkoholfreien Extraktionsmittel im Buch eindrucksvoll zeigen. Je nachdem in welchem Medium sie extrahiert werden, können sie unterschiedliche Wirkungen entfalten. Zum Beispiel die Tanne: in Oxymel, einer süße Arznei aus Honig und Essig, extrahiert wirkt die Tanne vitalisierend, antibakteriell und reizlindernd bei Husten und Halsschmerzen. In Asche extrahiert mineralisiert die Tanne Knochen und Zähne, wirkt entgiftend und basenbildend.

Welchen Tipp haben Sie für Anfänger um langsam in die Welt der Heilpflanzen einzutauchen.

Für Einsteiger empfehle ich sich mit leicht zu erkennenden Pflanzen zu befassen, die sicher gepflückt und verarbeitet werden können. Selbst jene die keinen Garten besitzen und nie Kräuter in der Natur gesammelt haben, können auf heilsame Topfpflanzen wie Minze, Basilikum oder Salbei zugreifen. Daraus lassen sich Tees, Tinkturen oder Öle zubereiten. Wer in der Natur erste Erfahrungen mit Pflanzen sammeln möchte, kann auf Holunder, Spitzwegerich oder Schafgarbe zugreifen. Diese Pflanzen sind die kraftvolle Naturapotheke von der Wiese. Mit ihnen können kleine und große Alltagsbeschwerden, wie Husten, Fieber oder Wunden, behandelt werden.

Auf welche alkoholfreie Tinkturen können Sie nicht mehr verzichten bzw. sind bei Ihnen im täglichen Gebrauch?

Oxymel ist seit Jahren zu einem Dauerbegleiter in meinem Alltag geworden. Aus der Mischung von Honig und Essig entstehen kraftvolle Tinkturen für Kinder und Erwachsene. Zudem sind Extrakte in Oxymel nicht nur gesund, sondern haben auch einen erfrischenden Geschmack. Damit lassen sich auch Sirups mit Weißzucker und Zitronensäure ersetzen, die die Gesundheit belasten können.

Haben Sie für die Leser bitte noch eine leicht umzusetzende Heiltinktur ohne Alkohl als Rezept.

HUSTEN-OXYMEL MIT SPITZWEGERICH

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  • 500 g Waldhonig
  • 250 g Apfelessig
  • Ein 500-ml-Glas mit  frischem Spitzwegerich

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Spitzwegerich waschen, abtupfen und in kleine Stücke schneiden. Alle Inhaltsstoffe in ein Glas füllen und mit dem Pürierstab gut mixen. 1 Woche dunkel extrahieren, immer wieder schütteln. Die Tinktur abseihen und in eine Flasche füllen.

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Anwendung: Bei Husten, Erkältungen und Affektionen der Atemwege bei Bedarf 1 EL unverdünnt einnehmen (für Kinder die Menge halbieren).

Haltbarkeit: 1 Jahr bei kühler und dunkler Lagerung.

Ein ideales Hausmittel, das ihr noch herstellen könnt. Auf manchen Wiesen ist noch der Spitzwegerich zu finden. Danke an Gabriele Nedoma für diesen tollen Tipp.

 

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