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Wild durchs Jahr mit der Wegwarte – Bitterpulver mit der Heilpflanze des Jahres 2020

by karinareichl
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Ich habe ja schon darauf gewartet, bis ich endlich diesen Beitrag zur Wegwarte schreiben kann. Sie ist die Heilpflanze des Jahres 2020 aber da hier ihre Wurzel verwendet wird, wollte ich einfach auch auf den Herbst, die Wurzelzeit warten. Und jetzt ist es soweit und ich kann meine Ode an dieses Kraut verfassen und euch zeigen, warum sie dieses Jahr auch die Heilpflanze des Jahres ist.

Zunächst aber kurz zur Erklärung. Wurzeln sollten im Herbst und dann wieder im Frühling ausgegraben werden. Denn wenn alle grünen Pflanzenteile in voller Blüte und frisch über der Erde sind, steckt die ganze Kraft in diesen. Aber wenn sich die Blätter und Blüten wieder verabschieden, dann beginnt die Zeit der Wurzeln. Und die Wegwarte, die auch Zichorie genannt wird, ist eine jener Heilpflanzen, bei der wir uns an der Wurzel bedienen sollten.

Hinweis: Wenn ihr euch nicht sicher seid, wo ihr in der Natur die Wegwarte findet, oder sie nicht zu 100% erkennt, könnt ihr euch die Wurzel auch in Kräuterhäusern oder der Apotheke holen.

Meine Großtante, die über 90 Jahre alt ist, hat in der Zeit des 2. Weltkrieges den Zichorienkaffee getrunken. Da es damals keine Kaffeebohnen gegeben hat, war das eine Alternative, genauso wie auch der Eichelkaffee.

Ein lustiges Detail am Rande, wenn ihr den bekannten Radicchiosalat anpflanzt und den blühen lasst, bekommt er blaue Blüten denn er ist ein Verwandter der Wegwarte.

Die bittere Wurzel

Die Wegwarte mag es gerne trocken und deshalb wächst sie auch am Straßenrand. Hier solltet ihr sie aber nicht sammeln, wenn das ein Autoweg ist. Denn Pflanzen absorbieren Abgase. Aber es gibt auch in Städten die brachliegenden trockenen und steinigen Gründe, da geht auf die Suche, denn hier werdet ihr die Wegwarte auch finden können.

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Dann geht es eben an die Wurzel, da drinnen stecken die Wirkstoffe wie

  • Bitterstoffe
  • Inulin
  • Mineralstoffe und vor allem
  • Kalium

Sie ist eine Kalium-Einschleuserpflanze. Also da bereitet die Pflanze unserem Körper den Weg, damit Kalium gut gelöst werden kann.

Aber allem voran ist sie eine Bitterpflanze die

  • verdauungsfördernd und
  • appetitanregend wirkt.

Anregende und entgiftende Heilfplanze

Stoffwechselstörungen, Leber- und Gallebeschwerden oder einfach wenn endlich auch mal die Leber nur entgiftet und angeregt werden soll, da kommt die Wegwarte schon seit der Volksmedizin zum Einsatz. Auch die Milz wurde bei gestörten Funktionen in der Naturheilkunde gerne mit der Wurzel behandelt. Dazu heißt es ja auch immer „Bitter macht lustig“ und das sagt man besonders der Wegwarte nach. Sie ist ein Stimmungsaufheller. Also kann schon die Wurzel alleine unsere Gesundheit und auch unser Wohlbefinden steigern.

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Die einfachste Möglichkeit ist hier ein Kräuterpulver zu machen. Die getrocknete Wurzel kann mit dem Granitmörser und ein bisschen Muskelkraft zu einem Pulver verrieben werden. Wer eine Küchenmaschine oder unbenutzte Kaffeereibe zuhause hat, kann natürlich auch diese verwenden.

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Eine 4-wöchige Kur mit dem Pulver der Wegwarte könnte so aussehen, dass ihr vor dem Frühstück eine Messerspitze des Bitterpulvers einnehmt. Das regt die Verdauung und die Entgiftung an. Oder ihr streut das Pulver auch über das Essen. Es sollte aber nicht mitgekocht werden, sonst sind die Bitterstoffe im schlimmsten Fall schon verschwunden.

Entgiftendes Bitterpulver mit Wurzeln, Kräutern und Beeren

Von einem Bitterpulver habt ihr bestimmt schon einmal gehört. Wie wäre es aber, wenn ihr euch aus Wurzeln, Kräutern und Beeren vielleicht sogar euer eigenes Bitterpulver mischt.

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Ich möchte euch heute hier mein persönliches Bitterpulverrezept verraten. Das begleitet mich schon seit langem und kommt immer wieder kurmäßig bei meiner Leberentgiftung zum Einsatz. So eine Entgiftungskur wäre auch im Herbst eine Möglichkeit.

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Dieses Bitterpulver hat immer schon unseren Hauptakteur, die Wurzel der Wegwarte mit dabei, weil die sich wunderbar kombinieren lässt mit

  • Löwenzahnwurzel
  • Angelikawurzel (Engelwurz)
  • Blüten der Schafgarbe
  • Wacholderbeeren

Für 100 g Bitterpulver verwende ich jeweils 20 Gramm der aufgezählten Wurzeln, die Blüten der Schafgarbe und die Wacholderbeeren.

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Alle Zutaten natürlich bereits getrocknet und dann werden sie pulverisiert. Das fertige Pulver kommt dann wieder kurmäßig zum Einsatz.

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Info: kurmäßig bedeutet immer 3 bis 6 Wochen. Danach braucht der Körper unbedingt eine Pause. Das gilt generell für den Einsatz von Kräutern und Naturprodukten. Niemals sollten diese durchgehend eingenommen werden außer es wird ausdrücklich und individuell empfohlen.

Ich nehme entweder das Pulver bei meiner Leberkur in der Früh in Form einer Messerspitze ein oder ich mische es sogar in mein Oxymel und trinke es mit lauwarmen Wasser.

Also die Zeit der Wegwarte, auch wenn die blauen Blüten sich schon verabschieden beginnt jetzt im Herbst. Und als Heilpflanze des Jahres 2020 ist es auf alle Fälle wert, diese Wurzel näher kennenzulernen.

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