Home Allgemein Fräulein Grün fragt … Maria Enzinger, Biologin und Kräuterexpertin

Fräulein Grün fragt … Maria Enzinger, Biologin und Kräuterexpertin

by karinareichl
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Ist das der Bärlauch oder doch das Maiglöckchen? Sieht so der Spitzwegerich aus oder woran erkenne ich die Schafgarbe? Die klassischen Fragen, die auch ich mir am Beginn beim Sammeln gestellt habe. Für viele Kräuterfreunde ist gerade der Anfang eine Hürde, die auch Gefahren bergen kann. Denn sobald Kräuter für den Eigengebrauch gesammelt werden, muss man sich einfach zu 100 Prozent sicher sein. Kräuterwanderungen sind die beste Möglichkeit viel zu lernen. Eine Frau, die mich in den Anfängen meiner Ausbildung zur TEH-Praktikerin bei vielen Kräuterwanderungen in die Welt der Pflanzenbestimmung eingeführt hat, ist Maria Enzinger aus Saalfelden. Die studierte Biologin verbindet Fachwissen mit Respekt vor der Natur und dem Wissen um die Kraft der Kräuter. Eine Kombination, die mich bei jeder Kräuterwanderung gefesselt hat. Ich habe sie zu „Fräulein Grün fragt …“ gebeten

Warum sollten Menschen anfangen, sich mit Heilkräutern vor unserer Haustüre zu beschäftigen?

Weil die uns umgebenden Kräuter für uns genau die richtigen sind. Schon unsere Vorfahren haben mit den „Alltagskräutern“ das Leben gemeistert. Wir sind mit Leib und Seele auf die Kräuter, die uns vertraut sind, eingestellt und das schon seit vielen, vielen Generationen. In diesen Kräutern stecken die großen Geheimnisse der Natur, beispielsweise in der Brennnessel oder in der Schafgarbe. Sie sind die stärksten Heilpflanzen Mitteleuropas und das seit vielen Jahrhunderten.

Wie fängt man als Kräuter-Neuling am besten an, Pflanzen kennenzulernen?

Als Kräuter-Neuling fängt man am besten mit viel Enthusiasmus und Liebe zu den Pflanzen an, dann wird man quasi zum/zur Verbündeten von Heilpflanzen. Sie werden einem immer vertrauter – also von Menschenseele zur Pflanzenseele sozusagen.

Was fasziniert dich an den Kräutern und wie bist du in diese Welt eingetaucht?

Mich faszinieren an den Kräutern ihr Wunder, ihre bescheidene Schönheit und ihr Mitteilungsbedürfnis. Ich habe schon als kleines Kind am Erdäpfelacker mit dem Acker-Stiefmütterchen gesprochen und in unserem großen Obstgarten bin ich als kleines Mädchen eingetaucht in die Welt der Pflanzen und Naturwesen – wunderbar.

c_Maria_Enzinger

Wie bindest du Kräuter in deinen Alltag ein?

Kräuter sind bei mir allgegenwärtig – als Kräuterbusch auf dem Podest im Stiegenhaus, in der Küche als Tee oder Gewürz, blühend und fruchtend im Garten und überall wo ich hinkomme, begegnen mir Kräuter mit all ihrer Schönheit und Würde, ich kann gar nicht anders. Ich liebe sie einfach und sie lieben mich – das ist eine schöne Verbindung.

Hast du ein schnelles Kräuterrezept für uns?

Mein schnellstes Kräuterrezept lautet: Unterwegs Heidelbeeren, Preiselbeeren und was an Beeren zu finden ist, frisch verzehren, ist einfach wunderbar. Brennnesselsamen frisch in der Natur abrebeln und sofort verzehren, Wacholderbeeren unterwegs im Gebirge frisch kauen, Quendel oder wilden Thymian unterwegs frisch essen – und die Welt ist für mich in Ordnung.

Copyright_Karina_Reichl

Wer jetzt im Herbst in die Welt der Beeren eintauchen und diese gleich am Weg frisch verzehren möchte, kann mit Maria Enzinger noch bis Ende Oktober an Kräuterwanderungen teilnehmen. Jeden Montag um 10:00 Uhr bietet sie Touren an, die ich jedem nur ans Herzen legen kann.

Anmeldung bis zum Vortag um 17.00 Uhr in den Tourismusbüros Saalfelden und Leogang.
T +43 6582 70660

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