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Frühjahrskur mit Löwenzahn – das Beste aus der Wurzel

by karinareichl
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Diese weiße milchige Flüssigkeit, die austritt und dann auch noch so an den Fingern klebt. Als Kind dachte ich Löwenzahn sei giftig und das einzig tolle sind die Pusteblumen. Tja, man lernt nie aus, denn der Löwenzahn ist eine der wertvollsten Heilpflanzen, die uns die Natur vom Frühling bis in den Herbst hinein schenkt. Von der Wurzel bis zur Blüte lassen sich Löwenzahnhonig, Salate, Tinkturen, Tees und noch vieles mehr zaubern. Jetzt ist die Pflanze das Hilfsmittel um fit in den Frühling zu starten.

Löwenzahnwurzel im Frühling

Die Wurzeln sollte man im Frühling oder Herbst ausgraben, denn da haben sie die meiste Kraft. Mit einem Wurzelstecher bewaffnet habe ich mich also auf die Suche nach ersten Anzeichen eines Löwenzahns auf der Wiese gemacht. Nach dem Winter muss man da schon ein wenig genauer schauen, aber die gezackten Blätter, die in einer Rosette aus der Erde wachsen, sind kaum zu verwechseln. Dann einmal tief reinstechen, Erde abschütteln und die Wurzeln sind fertig für den Nachhauseweg.

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Wertvolle Bitterstoffe die wirken

Welche Heilwirkungen das Kraut besitzt, habe ich euch schon in meiner Anleitung für den Löwenzahnhonig erzählt. Heute geht es um die Kräfte der Wurzeln. „Was bitter im Mund, ist dem Magen gesund“. Dieser Spruch trifft voll und ganz zu. Die Wurzel wirkt harntreibend – ohne die Nieren zu reizen, dazu beschleunigt sie den Gallenfluss, was sich auf den Stuhl auswirkt und eine prophylaktische Wirkung gegen Gallensteine hat. Das wiederum wirkt sich positiv auf die Leber und den gesamten Stoffwechsel aus. Und dazu unterstützt die Wurzel auch noch das Bindegewebe. Man kann allgemein sagen, dass die Löwenzahnwurzel einen positiven, reinigenden Effekt auf unseren Körper hat und den Organismus in Schwung bringt. Alle Altlasten des Winters werden aus dem Körper gespült und das macht den Löwenzahn zu einer Top-Frühjahrskurpflanze.

Löwenzahnkur im Frühling – Löwenzahntee- und tinktur

In erster Linie wird die Löwenzahnwurzel als Tee eingenommen. Dazu müssen die Wurzeln, nachdem sie aus der Erde gesammelt wurden, in Wasser gereinigt, danach in dünnen Scheiben geschnitten und zum Trocknen ausgelegt werden. Wenn diese vollkommen trocken sind, können sie in einem verschließbaren Gefäß aufbewahrt werden.

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Für einen Tee übergießt ihr 1–2 zerkleinerte Wurzeln mit ¼ Liter heißem Wasser und lasst diesen 10 Minuten ziehen. Ihr solltet ihn 2–3 mal täglich bis zu vier Wochen lang trinken.

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Ihr könnt aber auch eine Tinktur aus den Wurzeln ansetzen. Dafür benötigt ihr 80 % Ansatzschnaps und 2–3 mittlere bis große Wurzeln. Kleinschneiden und in einem verschließbaren Gefäß mit dem Korn anfüllen.

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Die Tinktur sollte mindestens zwei bis vier Wochen stehen bleiben und immer wieder geschüttelt werden. Danach abseihen und jeden Tag 1–3 Mal einen Esslöffel verdünnt mit 1/4 Liter Wasser einnehmen.

Mit den Löwenzahnwurzeln hat für mich nun wieder die Saison der frischen Heilpflanzen aus der Natur begonnen. Jeden Tag entdecke ich neue Blüten, Blätter und Knospen, die eine Vielzahl an neuen und altbewährten Rezepten versprechen. Ihr dürft gespannt sein 😀

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24 comments

Karina Schwarz 24. April 2017 - 16:48

Hallo,
Eigentlich hab ich drogistin gelernt, da mußten wir auch über viele Heilkräuter wissen, aber erst jetzt versuche ich auch dieses wissen anzuwenden und auszuprobieren. Danke für die schöne schritt für Schritt Anleitung mit Fotos.
Lg Karina

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karinareichl 24. April 2017 - 20:34

Hallo Karina mit K 🙂

Oh, Drogistin hätte mich auch mal als Beruf sehr interessiert 🙂 Freut mich, wenn ich dir ein bisschen was mitgeben kann.

Liebe Grüße,

Karina

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Stickerlar 2. November 2017 - 9:54

Ein super Blog, schaue mich hier immer wieder gerne um.

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karinareichl 2. November 2017 - 13:52

Schön, das freut mich sehr!

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Beinwellsalbe - "Knochenheiler" selbst gemacht - 1. Dezember 2017 - 9:15

[…] bei uns die Eiseskälte Einzug gehalten hat, bin ich meinem Beinwell im Garten noch an die Wurzel gegangen. Tiefschwarz von außen, die Konsistenz ungewöhnlich weich und je längere die […]

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Leichter Abnehmen mit Bitterstoffen - Bitteressig hilft - 1. Januar 2018 - 10:51

[…] Schritt raus aus der Haustüre und schon steht eine der bekanntesten Bitterpflanzen vor uns. Der Löwenzahn. Blätter und die Wurzel sind eine gute Möglichkeit, um langsam wieder den bitteren Geschmack in […]

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Doris 25. März 2018 - 18:18

Hallo Karina, danke für die Infos und diese schönen Bilder. Es treibt da glatt einen raus in die Natur und es dir nachzumachen. Glg Doris Straubinger aus Berndorf.

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karinareichl 25. März 2018 - 18:19

Liebe Doris, vielen Dank! Heute war ja auch der perfekte Frühlingstag dafür.

Lg
Karina

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Kuni 28. März 2018 - 19:24

Könnte man statt Schnps auch Essig nehmen und dann auch verdünnt trinken?

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karinareichl 31. März 2018 - 9:10

Hallo Kuni!

Ja, du kannst auch einen Essigansatz machen und einen Esslöffel mit einem 1/4 Liter Wasser verdünnt trinken.

lg,

Karina

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Svetlana 10. Mai 2018 - 1:00

Liebe Karina, wo soll man die Trinktur ziehen lassen an der Sonne oder im dunkel?
LG Svetlana

Reply
karinareichl 13. Mai 2018 - 13:51

Liebe Svetlana,

im dunklen. Direktes Sonnenlicht zieht zu viele Inhaltsstoffe heraus.

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Laura 6. März 2019 - 20:39

Hallo Karina! Wieviel ml alkohol pro 3 wurzel? Ich habe nie tinkture eingezetzt aber würde gerne probieren. Vielen dank! Laura

Reply
karinareichl 12. März 2019 - 8:16

Hallo Laura!

Egal woie groß das Glas ist, fülle es zu einem Drittel mit der Wurzel voll und dann mit dem Alkohol auffüllen.

Alles Liebe,

Karina

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Alexander 23. April 2019 - 18:22

Sehr schön beschrieben mit einer optisch ansprechenden Website

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karinareichl 4. Mai 2019 - 10:56

Vielen Dank!

Das freut mich sehr,

Karina

Reply
Theresa Mayr 24. Mai 2019 - 8:45

Kann ich die Löwenzahnwurzel auch jetzt noch ernten oder ist es dafür zu spät? 🙂

Reply
karinareichl 12. Juni 2019 - 8:35

Liebe Theresa!

Die Wurzel kannst du im Herbst wieder ernten.

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Kaiya 3. Dezember 2019 - 9:55

Meine Löwenzahntinktur hat nun 3 Wochen gezogen und es hat sich ein weißer Satz untern gebildet. Ist es Schimmel oder der Milchsaft? Ist es normal, dass sich der Milchsaft ca. 3mm absetzt? Sollte ich ihn abseihen oder in der Tinktur lassen?
Liebe Grüße,
Kaiya

Reply
karinareichl 5. Dezember 2019 - 7:46

Hallo liebe Kaiya!

Das ist mir ganz neu, dass sich hier ein weißer Satz bildet, da ich die Tinktur nur mit den Wurzeln bisher gemacht habe. Bin mir hier nicht sicher, leider.
Aber da du ja mit Hochprozentigem arbeitest kann es kaum Schimmel sein. Abseihen ist hier sicherlich mal ein Anfang.

Liebe Grüße,

Karina

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Natürliche Maßnahmen für ein starkens Immunsystem - 11. März 2020 - 19:00

[…] Löwenzahn-Tinktur […]

Reply
Julia 4. April 2020 - 15:01

Hallo Karina! Vielen Dank für Ihre sehr nützliche Informationen! Jetzt blüht schon der Löwenzahn, ist die Zeit ihn rauszuziehen schon vorbei? Oder Anfang April kann ich es noch sammeln sogar mit der Blüte? Lg Julia

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karinareichl 29. April 2020 - 5:12

Ja, weil die Kraft da nicht mehr so intensiv in den Wurzeln vorhanden ist. Die nächste Möglichkeit dann im Herbst

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Lydia 9. April 2020 - 8:20

Hallo, danke für die tolle und anschauliche Anleitung. Bis vor kurzem habe ich gar nicht gewusst, dass man auch die Löwenzahnwurzel verwenden kann. Honig habe ich schon öfter gemacht, aber nie an die Wurzel gedacht. Eine Freundin hat mich letztens darauf aufmerksam gemacht und jetzt möchte ich es gerne auch mal ausprobieren. Ihre Anleitung hilft dabei sicher sehr!

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