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Baumheilkunde – Eichelkaffee, der Gesundheitstrunk

by karinareichl
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Verdutzt, fragend und leicht kopfschüttelnd … Meine 86-jährige Großtante versteht es nicht ganz, warum ich einen Eichelkaffee machen möchte. Ihr kommen dabei die Erinnerungen an die Zeit nach dem zweiten Weltkrieg hoch, wo sie und meine Familie sich anstatt Kaffeebohnen, Eichelfrüchte aufkochten. Ich kann ihren Blick verstehen, denn an diese Zeit zurückzudenken fällt nicht leicht. Warum ich es doch mache, konnte ich ihr gut erklären, denn die Eichel ist eine der ursprünglichsten Lebensmittel, die wir bei uns finden können.

Die Früchte der Eiche – 100 Prozent Bio

Mit dem Begriff Bio kann leider im Lebensmittelbereich sehr locker umgegangen werden. Nur auf das Siegel auf dem Produkt zu vertrauen ist bei den hunderten, die es gibt nicht leicht. Selbersammeln bietet dann doch die Garantie, ein vollwertiges Naturprodukt in den Händen zu halten. Und im Falle der Eichel auch noch eines mit zahlreichen Inhaltsstoffen.

  • Eichen-Gerbsäure
  • Harz
  • Fett
  • Pektin
  • Eiweiß
  • Kieselsäure

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Verwendet werden neben den Früchten auch die Blätter und die Rinde der Eiche und diese wirken:

  • zusammenziehend
  • entzündungshemmend
  • juckreizstillend
  • schmerzlindernd
  • keimhemmend (gegen Viren und Pilze)
  • stopfend

Eichenrinde – das Naturheilmittel

In der Volksmedizin wurde vor allem die Eichenrinde wegen der enthaltenen Gerbstoffe bei Entzündungen im Genitalbereich in Form von Sitzbädern eingesetzt. Aber auch bei entzündlichen Hauterkrankungen mit Juckreiz (Windpocken) oder Entzündungen im Mund- und Rachenbereich kann die Rinde des Baumes Linderung bringen. Bei Durchfall stopft der Eichenrinden-Tee. Verwendet werden sollte aber idealerweise nur die Rinde der ganz jungen Äste.

Gut zu wissen: Die Eiche ist eine Einschleuserpflanze für Kieselsäure.

Eichelkaffee für Jung und Alt

Auch wenn der Eichelkaffee in früherer Zeit als Kaffee-Ersatz getrunken wurde, sollte man diesem Getränk das zugestehen, was es ist: ein Gesundheitsgetränk, das vor allem sehr jungen aber auch sehr alten Menschen gut tut. Es stärkt den gesamten Organismus und auch die Früchte tragen viele Inhaltsstoffe in sich, die bei Magenschwäche, schlechter Verdauung und Durchfall helfen können. Dazu schmeckt er einfach gut, wenn man den Geschmack von Malzkaffee mag. Bei mir kommt in den Eichelkaffee viel Milch, so schmeckt er mir am besten.

Rezept Eichelkaffee für zwei Tassen Eichelkaffee

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  • 5 große oder 8 kleine Eicheln, die zu einem Pulver gemahlen werden
  • 2/4 Liter Wasser
  • Milch

Zunächst befreie ich die Eicheln von der äußeren Schale. Das geht am besten mit einem kleinen scharfen Messer. Die geschälten Früchte kommen auf ein Backblech und werden im Ofen ca. 20 Minuten bei 80 Grad geröstet (variiert je nach Ofen) bis sie braun sind. Durch das Rösten verschwindet auch der zusammenziehende Geschmack der Gerbstoffe. Die gerösteten Eicheln habe ich dann in meiner Kaffeemühle zu einem Pulver zerkleinert.

Schritt für Schritt: Von der Eichel zum Eichelpulver

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In meiner Kupferkanne, (ihr könnt auch einen Topf verwenden) in der schon meine Oma aus Rumänien ihren Türkischen Kaffee gekocht hat, gebe ich das Pulver und das Wasser und lasse alles einmal aufkochen. Anschließend wird alles durch einen Kaffeefilter abgesiebt und der fertige Eichelkaffee mit warmer Milch gestreckt.

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Auch Kinder lieben den Eichelkaffee und diesen könnt ihr auch mit ein bisschen Kakao verfeinern.

 

 

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2 comments

Carmen Mobley 28. Februar 2018 - 23:01

Dein Eichelkaffee hört sich interessant an, und ich kann es kaum abwarten Eicheln zu sammeln… obwohl nun erst einmal das Frühjahr kommt. 😉 Also Geduld, aber parallel habe ich gelesen man müsste Eicheln vor dem rösten unbedingt erst wässern, wegen der Gerbstoffe die giftig wären. Welche Erfahrungen hast du? Besten Dank für eine kurze Antwort. LG Carmen

karinareichl 1. März 2018 - 17:35

Hallo Carmen!

Gerbstoffe sind nicht giftig, entwässern tut man die Eicheln wenn du viel davon zu dir nimmst, damit die Gerbstoffe nicht so eine zusammenziehende Wirkung im Geschmack haben wie z.B. ein zulang gezogener schwarzer Tee. Aber das ist Geschmackssache. Gerbstoffe sind toll, weil diese eben eine zusammenziehende Wirkung haben und kleine Wunden damit schneller heilen oder Bakterien und Viren sich nicht so schnell ansiedeln können. Der Salbei z.B. ist eine Gerbstoffdroge und auch nicht giftig. Aber zuviel kann Magenschmerzen verursachen. Eine Tasse Eichelkaffee schadet nicht. So meine Erfahrung.

lg,

Karina

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