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Scharfer Krenshot oder warum es nicht immer Ingwer sein muss

by karinareichl
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Ihr wisst vielleicht ja schon, dass ich euch gerne mit Fräulein Grün regionale Kräuter und Naturprodukte näherbringen möchte. Also den „Lebensmitteln“, die direkt vor unserer Haustüre wachsen, einfach mehr Aufmerksamkeit schenken. Vor allem im Bezug auf das Thema Superfood.

Und wie so oft frage ich mich: müssen es immer von weitem importierte Beeren, Wurzeln oder Samen sein, die als „Superfood“ bezeichnet werden? Vielleicht kennt ihr schon meine umgewandelten regionalen Trendalternativen wie den Gerstengras Latte anstatt dem Matcha Latte, die Brennnesselsamen oder Wegerichsamen anstatt den Flohsamen oder auch die Heidelbeere anstatt der Gojibeere. Nur als Beispiel bei der aus China importierten Gojibeere benötigt ihr 800 Gramm um den täglichen Bedarf an Vitamin C zu decken. Bei den wilden Heidelbeeren reichen bereits 80 Gramm.

Trendgetränk Ingwershot

Der Ingwer, eine Knolle, die als Shot, also kleines schnelles Getränk am Morgen, einen Erfolgskurs bei uns eingeschlagen hat. Ein schönes scharfes Naturprodukt, dass in tropischen und subtropischen Gefilden beheimatet ist und durch ihr enthaltenes Gingerol entzündungshemmend wirkt. Darauf reagieren vor allem Menschen gut, die auch in diesen Gegenden leben. Denn die Knolle produziert Inhaltsstoffe, die genau auf tropische und subtropische Gegenden passen. Und daher ist es mir wirklich ein Anliegen zu wiederholen:

Unsere Pflanzen produzieren Inhaltstoffe, die in unseren Regionen von Nöten sind. Unsere gesundheitlichen Probleme, entstehen in unserem Klima und deswegen reagieren wir auch auf die hier produzierten Inhaltsstoffe regionaler Pflanzen so gut.

Damit zurück zum Kickstart am Morgen. In dem morgendlichen Shot, soll unser Körper angeheizt werden, auf Touren kommen und vor allem im Winter soll damit das Immunsystem gestärkt werden.  Und genau da habe ich mir gedacht, das haben wir auch, nur regional. Eine Wurzel, die auch als Bauernantibiotikum bekannt ist.

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Kren alias Meerrettich – die Kraftwurzel mit viel Wirkung

In Österreich Kren genannt verfügt die scharfe Wurzel über einen fantastischen Wirkstoff, der unseren Körper vor Viren und Bakterien schützt – Senföle. Diese Scharfmacher zeigen ihre Wirkung auf zwei Wegen. Sie töten Viren, Bakterien und Pilze und werden über die Atemwege (Stichwort Erkältungen) und Harnwege (Stichwort Harnwegsinfekte) ausgeschieden. Wichtig dabei zu wissen ist, dass diese Senföle flüchtig sind, also wenn wir die Wurzel reiben, steigen die Stoffe auf und brennen uns z.B. in der Nase. Deshalb immer frisch verwenden. Mehr dazu könnt ihr auch bei meinem Beitrag über das natürliche Antibiotikum nachlesen.

Dazu enthält die Krenwurzel weitere Inhaltsstoffe wie:

  • Vitamin B1 und C
  • Flavonoide
  • Pektin

Krenshot – der wärmende Morgenkick

Der Immunstärker für die Erkältungszeit wird mit zwei weiteren Naturprodukten von mir zubereitet, die unseren Körper stärken. Viele von euch wissen, dass ein Großteil des Immunsystems im Darm sitzt. Deshalb sollte dieser auch gut von uns unterstützt werden. Mein Krenshot wird daher mit „nicht pasteurisiertem naturtrübem Apfelsaft“ zubereitet. Dieser wurde also nicht erhitzt und enthält noch viele gute Bakterien, die unseren Darm füttern und stärken. Und weil nur scharf auch nichts ist, kommt ein wenig Süße mit Bio-Honig dazu. Eines der besten Lebensmittel, das uns Bienen schenken. Neben den entzündungshemmenden Eigenschaften überzeugt der Honig mit vielen Vitaminen und Enzymen.

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Rezept Krenshot

Damit die Wirkstoffe des Meerrettichs/Krens zum Tragen kommen, muss der Shot frisch zubereitet, die Wurzel also frisch gerieben werden.

Zutaten Krenshot

  • 1 TL frisch geriebener Kren
  • 1/8 naturtrüber Apfelsaft
  • 1 TL Bio-Honig
  • (Zusatz Schuss Zitrone, wer noch ein wenig Säure im Geschmack möchte)

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Zunächst wird der frisch geriebene Kren in den Apfelsaft gegeben, damit die Inhaltsstoffe übergehen. Ihr werdet bemerken, dass 1 Minute dafür vollkommen ausreichend ist. Die Schärfe könnt ihr durch die Dauer, wie lange ihr mit dem Abseihen wartet, steuern. Mir reicht 1 Minute, danach seihe ich alles ab, mische den Honig dazu und schon ist der Shot fertig. Und der ist wirklich schön scharf.

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Ich würde davon abraten, diesen Shot oder den Ingwershot über mehrere Wochen zu trinken, wie es gerade Trend ist. Schärfe kann unsere Magenschleimhäute reizen. Zwei Mal die Woche reicht vollkommen. Wenn ihr wirklich etwas Regelmäßiges für euer Immunsystem und euren Körper machen wollt, dann geht jeden Tag eine kleine Runde in der frischen Luft spazieren. Das braucht ihr auch nicht lange vorbereiten und ist kostenlos verfügbar ;-).

Hinweis: Kinder unter 4 Jahren und Menschen, die Probleme im Magen-Darm-Bereich haben, sollten auf scharfe Shots überhaupt verzichten.

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4 comments

Ariane 21. Juni 2019 - 9:43

Ich mag den Ansatz so weit es geht auf regional „umzusteigen“ total, doch er funktioniert nicht bei allem. Für mich etwa ist Kren nicht im geringsten ne Alternative, ich mag Senföle überhaupt gar nicht und bin generell kein Fan von scharf . . . . außer es ist Ingwer aus irgendwelchen Gründen ^^. Auch bei Obst tu ich mich schwer, so sehr ich heimische Beeren und Äpfel auch liebe, sind die bei weitem nicht genug um meinen Heißhunger zu stillen, es gibt einfach keine heimischen Früchte, die an Mangos, Granatäpfel, Ananas oder Feigen rankommen . . .
Aber im Grunde stimme ich zu, meinen extremen Kaffeekonsum habe ich mit Zichorie reduziert, es muss kein Quinoa aus Peru sein, Hirse schmeckt mir eh besser. Ich muss mir nicht jeden Tag ne teure abgepackte Salatmischung kaufen, wenn ich eh Giersch im Garten habe, der meine Pfingstrosen erstickt. ^^

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karinareichl 21. Juni 2019 - 13:13

Hallo liebe Ariane!

Ja das darf und kann auch jeder absolut in seinem eigenen Ermessen umsetzen. Es soll ja auch eine Anregung sein um zu überelgen, ob es denn tatsächlich z.B. jeden Tag 2 Avocados sein müssen 😉 Ich glaube, dass auch wenn wir ein klein wenig Umdenken und nicht jedem neuen exotischen Foodtrend hinterherrennen, ein bisschen etwas zur Regionalität beitragen können.

Alles Liebe und Danke für deine Worte,

Karina

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Franziska Kommke 2. Oktober 2019 - 0:23

Hallo 🙂

Ich finde die Aussage, dass regional beheimatete Pflanzen, Früchte etc. für die dort lebenden Menschen am besten/ gesündesten sind, äußerst spannend! Erst neulich hatte ich mit Freunden eine Diskussion darüber und mich würde interessieren, ob es sogar Studien gibt, die dieses Denken stützen. Ich hatte leider keine gefunden.

Vielen Dank schonmal für die Antwort. 🙂

Liebe Grüße,
Franziska

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karinareichl 8. November 2019 - 8:39

Hallo Franziska!

Ich kenne dazu keien Studien aber die jahrtausende Alte Lehre zum Beispiel der TCM oder auch im Ayurveda besagt auch schon immer verwendet die Kräuter, die um euch herum wachsen. Hier verlasse ich mich sehr gerne auf das übertragene Wissen und meine Logik, die mir sagt, dass ein z.B. ein Erkältungskraut, dass in dem Klima wächst wo auch ich die Erkältung her habe besser hilft als eines, dass bei bei tropischen Temperaturen vielleicht wächst.

Alles Liebe,
Karina

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