Home Naturküche Wild durchs Jahr im März – Fermentierte Wildkräuterpaste

Wild durchs Jahr im März – Fermentierte Wildkräuterpaste

by karinareichl
6 comments

Copyright_Karina_Reichl

Wilde Frühlingskräuter sind das erste Geschenk der Natur, um unseren Körper nach dem Winter in Schwung zu bringen, den Stoffwechsel zu aktivieren und uns von innen durchzuputzen. Und dazu schmecken sie auch richtig würzig. Die verschiedensten Geschmacksrichtungen der Frühlingsboten sind bestens geeignet, um sie in die Küche zu holen. Eine fermentierte Gewürzpaste hält sich wunderbar über einige Monate im Kühlschrank und dazu freut sich auch unser Darm, weil wir ihm gesunde Milchbakterien liefern.

Giersch hat einen leichten Geschmack nach Karotte, Bärlauch verwöhnt uns mit Knoblauchgeschmack und Kräuter wie die Brunnenkresse liefern uns ein wenig Schärfe. Aber auch Gänseblümchen, Löwenzahn, Brennnessel sind wunderbare Geschmacksträger, die in diese Gewürzpaste passen. Wichtig ist natürlich, dass ihr darauf achtet, auch das richtige Kraut und keine giftigen ähnlich sehend Kräuter sammelt. Welche Kräuter ihr zum Beispiel verwenden könnt findet ihr auch in der Auflistung zu meiner Frühlingskräuterwanderung.

Fermentierte Gewürzpaste

Das bekannteste fermentierte Produkt ist meistens das Sauerkraut. Im Grunde können sehr viele Naturprodukte fermentiert werden und auch Kräuter. Die Milchsäurebakterien sind wie ein Booster für unseren Darm. Den vernachlässigen wir meist zu oft, aber uns sollte immer bewusst sein, dass ein Großteil unseres Immunsystems hier wohnt. Deswegen ist die Ernährung oft das Heilmittel, dass uns gesund hält und fermentierte Produkte gehören hier auf alle Fälle dazu. Lest euch auch gerne meinen Beitrag, wo ich Zucchini fermentiert habe durch.

Copyright_Karina_Reichl

Kräuter sammeln und verarbeiten

Um 100 g frische Wildkräuter zu sammeln habt ein wenig Geduld aber genau diese Arbeit macht es auch so besonders. Du gehst auf Entdeckungsreise, wirst abgelenkt, bist in der Natur unterwegs und kommst mit deinem persönlichen grünen Schatz nach Hause. Und wenn du schon sorgsam in der Natur sammelst, sparst du dir zuhause das Aussortieren von kranken oder bereits zerfressenen Blättern. Damit musst du deine Ausbeute nur mehr kurz mit kaltem Wasser abduschen.

Copyright_Karina_Reichl

Zutaten:

  • 100g wilde Frühlingskräuter
  • ¼ TL Steinsalz (oder anderes gutes Salz)

Zunächst zerkleinere ich die Kräuter ein wenig, vor allem jene, die lange Stängel haben und gebe sie anschließend in einen Küchenmixer zum ersten schnellen Zerkleinern. Nach ein paar Sekunden kommt dann das Salz hinzu und alles wird zu einer grünen Paste zermixt.

Copyright_Karina_Reichl

Diese Kräuterpaste lässt viel Flüssigkeit und genau diese benötigen wir zum fermentieren. Ich fülle alles in ein Glas und drücke mit einem Stampfer (oder was ihr zuhause dafür findet) die Paste weiter nach unten ins Glas, damit sich noch mehr Lake bildet.

Copyright_Karina_Reichl

Und weil ich keinen Fermentierstein habe um alles zu beschweren, helfe ich mir mit einem zweiten kleineren Glas, dass ich mit ein wenig Wasser gefüllt habe. Das drücke ich auf die Paste und auf den Seiten steigt die Lake der Paste in die Höhe und bedeckt die Paste was wichtig für die Fermentation ist.

Um die fermentierte Paste herzustellen benötigen wir nur 4 Tage und an jedem Tag, hebe ich das innere kleine Glas an und rühre einmal die Paste durch und drück sie dann erneut mit dem kleinen Glas wieder zu Boden, damit die Lake wieder an den Seiten aufsteigt.

Kräuterpaste nach Tag1

Copyright_Karina_Reichl

Am Tag 4 sollte die Paste schon einen leicht säuerlichen und einen würzigen Geschmack haben. Dann ist sie fertig fürs Umfüllen.

Copyright_Karina_Reichl

In ein sauberes Glas wird die fertige Kräuterpaste eingefüllt. Nehmt ein Glas, dass ihr bis ganz nach oben füllen könnt, denn es sollte randvoll gefüllt sein. Drückt es runter, damit ein wenig Lake an der Oberfläche zu sehen ist. Gut verschlossen hält sich die fermentierte Gewürzpaste bis zu einem Jahr.

Copyright_Karina_Reichl

Verwendung Gewürzpaste

Ich verwende meine als i-Tüpfelchen in einem selbstgemachten Hummus oder einem Topfenaufstrich aber auch als Ergänzung für ein Salatdressing oder auch auf ein Brot schmeckt es fantastisch. Lasst eurer Kreativität freien Lauf, aber ich würde sie nicht zum Kochen verwenden. Durch die Hitze würden sonst die wertvollen Milchsäurebakterien zerstört.

 

Auch für dich

6 comments

Alex Bauer 30. März 2020 - 19:48

Toll! Hab noch nie fermentiert. Probiere ich demnächst gleich aus. Und dass man da nicht mehr dazu braucht als dieses kleine bisschen Salz fasziniert mich. Danke Alex B

Reply
Carina 3. April 2020 - 20:51

Hallo, das klingt ja toll 🙂 wie deckst du denn das Glas während der Fermentationsphase ab? Und wo lässt du es währenddessen stehen? Ganz Liebe Grüße

Reply
karinareichl 29. April 2020 - 5:12

Ich decke es gar nicht ab und es steht in der Küche 🙂

Reply
Elena 9. April 2020 - 8:58

Das Rezept klingt superlecker! Das möchte ich auch gerne demnächst mal ausprobieren. Nur eine Frage habe ich: Muss man während der 4 Tage Fermentierzeit einen besonderen Standort auswählen (besonders warm, dunkel o.ä.)?

Reply
karinareichl 29. April 2020 - 5:11

Nein, einfach in der Küche stehen lassen

Reply
Silvia 26. April 2020 - 14:59

Geniale Idee, bin noch nicht auf das Kräuter fermentieren gekommen. Vielen Dank
LG Silvia
such_a_vegan_lfe

Reply

Leave a Comment